Age Management – neues interdisz. F+E-Projekt „RegGen“

Der demografische Wandel ist längst in den Klein- und Mittelunternehmen (KMU) angekommen. Wird darauf aber auch angemessen, rasch genug und wirklich nachhaltig reagiert? Und werden die richtigen Ebenen für nachhaltige Reaktionen adressiert? Die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) fördert ein ambitioniertes interdisziplinäres Projekt.

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Die Herausforderung Age Management für ländliche KMU:

Der demografische Wandel und der verbundene Fachkräftemangel wirken sich auf Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in ländlichen Regionen in besonderer Weise aus:

  • abnehmende Anzahl an beruflichen Nachwuchskräften,
  • abnehmende Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften,
  • Notwendigkeit, Arbeitnehmer länger in der Berufstätigkeit zu belassen,
  • Notwendigkeit, weitere „Reservegruppen“ des Arbeitsmarktes für eine berufliche Tätigkeit zu mobilisieren,
  • im Vergleich zum urbanen Raum eine stärker belastete wirtschaftliche und soziale Situation durch tendenzielle Wanderbewegungen in Richtung Ballungsgebiete.

Die Verfügbarkeit von Humankapital wird nicht nur für einzelne Unternehmen zum (beschränkenden) Wettbewerbsfaktor, sondern für ganze Regionen. Hier setzt das neue Projekt der FHS St. Gallen zusammen mit zwei ausländischen Partner-Hochschulen an. Der demografische Wandel macht es auch in unserem Dreiländerraum notwendig, als attraktive Region Potenziale anzuziehen und zu halten sowie umfassende Möglichkeiten zum Aufbau und zur Entwicklung von Kompetenz vorzuhalten. Die Region Ostschweiz/ Rheintal-Vorarlberg-Allgäu ist eine derart attraktive Region. Sie besitzt gerade durch ihre Lage im Dreiländereck ein besonderes Attraktivitätspotenzial, insofern sie eine Vielfalt an Arbeits- und Lebensmöglichkeiten bietet und die Grenzen als durchlässig wahrgenommen werden.

Das neue trinationale F+E-Projekt „RegGen –Regionenbezogenes Generationenmanagement – regionale Umsetzung zur Bewältigung des demografischen Wandels in KMU ländlicher Regionen“ zielt auf eine Beschreibung, Bewertung und Förderung regionaler und grenzüberschreitender regionsbezogener Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung für Fach- und Führungskräfte aus den besonders betroffenen Branchen IKT und Industrie. Es fokussiert dabei folgende erkenntnisleitende Frage:

Inwiefern zeichnet sich die betrachtete Region dadurch aus, dass sie

  • die stetige Weiterentwicklung der eigenen Wissensbasis („competence updating“) sowohl im beruflichen als auch persönlichen Bereich unterstützt,
  • ein beruflich und persönlich attraktives Umfeld bietet,
  • und als Ganzes in Kernbranchen eine spezifische Wissensbasis ausbilden kann, die sie für die Kompetenzträger nachhaltig attraktiv macht.

Das Projekt nimmt u.a. die von Ilmarinen und KollegInnen wegweisenden in Finnland entwickelten Konzepte des Hauses der Arbeitsfähigkeit auf, erweitert sie aber um einen systematisch regionsbezogenen Ansatz:

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Das Projekt im Telegrammstil:

Ganzheitlich gefasster Themenfokus:

  • Demografischer Wandel und abnehmende Verfügbarkeit von Fachkräften
  • Regionenbezogenes Generationenmanagement – gemeinsam für eine attraktive Region und hohe Kompetenz innerhalb der Region sorgen
  • Fokus: Erwartungen und Möglichkeiten der persönlichen und berufliche Entwicklung, die eine besondere Bedeutung für Erwerbstätige besitzen, in regionalen Betrachtungen aber i.d.R. ausgespart werden
  • Lebensphasenansatz
  • Ergebnisse: Bewertung der Region unter Aspekten der individuellen beruflichen und persönlichen Entwicklung; Handlungsempfehlungen auf regionaler und betrieblicher Basis; Broschüre zur Bewerbung der Region und ihrer Angebote

USPs / Alleinstellung:

  • 3 Hochschulen aus 3 Ländern beteiligt: FHS St. Gallen, FH Vorarlberg, Hochschule Kempten
  • Systematisch interdisziplinäre Anlage des Gesamtprojekts: in A und CH jeweils mit einem Disziplintandem von Ökonomie und Sozialwissenschaft und in D mit einem interdisziplinär qualifizierten Kooperationspartner
  • Innovativer Ansatz des Regionenbezogenen Generationenmanagements, der sich bis dato in keinem IBH-Projekt findet, ebenso in keinem Projekt des Förderprogramms „Alpine Space“
  • Dreiländeransatz, der auf die grenzüberschreitende Wahrnehmung der Region zielt – mit einschlägig-zen­tra­len Umsetzungspartnern in allen drei Ländern

Das Team besteht aus folgenden HochschullehrerInnen (wiss. Mitarb. s. Link unten)

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dem Gerontologen und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Otto (FHS St. Gallen, Leiter Kompetenzzentrum Generationen CCG), ab Sept. 2014 Leiter Careum Forschung, Zürich

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der Ökonomin Prof. Dr. Sibylle Olbert (FHS St. Gallen, Co-Leiterin Kompetenzzentrum Nachhaltige Unternehmensentwicklung),

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dem Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Frederic Fredersdorf (FH Vorarlberg, Leiter Forschungsbereich Sozial- und Wirtschaftwissenschaften),

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dem Ökonom Dr. Carsten Bartsch (FH Vorarlberg, Leiter der berufsbegleitenden BWL- Bachelor- und Masterstudiengänge), sowie

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dem Sozialarbeitswissenschaftler Prof. Dr. Markus Jüster (HS Kempten)

Das interdisziplinäre Themenfeld und die beabsichtigte Zugangsweise findet im Schnittfeld der beiden strategisch gesetzten auf Forschung und Entwicklung bezogenen Leuchtturmthemen der FHS St. Gallen – „Generationen“ sowie „Nachhaltige Unternehmensentwicklung“ – eine hervorragende Kompetenzgrundlage.

Die drei Partnerhochschulen auf der IBH-Mitgliederkarte:

http://www.bodenseehochschule.org/

http://www.bodenseehochschule.org/

Nutzenerwartung: Die gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um aus ihnen auf verschiedenen Ebenen Massnahmen für die Förderung der Attraktivität der Region und einen stetigen Kompetenzaufbau innerhalb der Region abzuleiten. Darauf sind vor allem die prominent besetzten Praxis- und Umsetzungspartner aus allen drei Ländern scharf, die das Projekt unterstützen und an einer nachhaltigen Ausgestaltung und Wirkung interessiert sind:

  • die Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell (CH-St. Gallen),
  • der Arbeitgeber-Verband des Rheintals (CH-Heerbrugg)
  • die Wirtschaftskammer Vorarlberg (A-Feldkirch)
  • die Handwerkskammer Schwaben (D-Kempten), sowie
  • die Allgäu GmbH (D-Kempten)


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