Gross und schwarz

Ein ungewöhnliches Bild hat am Donnerstag im Regionalteil “Rorschach” des St. Galler Tagblatts die Blicke der Leser auf sich gelenkt. 5 Spalten breit und schwarz. Ob da wohl ein Layout- oder Druckerfehler passiert ist? Erst das Lesen des Titels “Wenn die Welt dunkel wird” macht die bewusste Absicht der Bildwahl deutlich. Die Autorin Lea Müller hat mit einem mutigen Bild auf die Thematik Sehbehinderung aufmerksam gemacht und über den vierten und letzten Talk in der Reihe “Megafon – Wir verschaffen leisen Themen Gehör” berichtet. Die Idee der Talkreihe war es, die Öffentlichkeit auf das Thema Behinderungen zu sensibilisieren und den Betroffenen eine Stimme zu geben. Die Talkreihe ist in einer Kooperation der FHS St.Gallen mit der Pro Infirmis entstanden. Die Talkgäste in chronologischer Reihenfolge: Christian Lohr, Florian Eugster, Liv Sonderegger und Andrea-Maja Burri.

Ambulanter Lift

Im Auftrag von Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell haben sich diese Woche Studierende der FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit, intensiv mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderung auseinandergesetzt. In Zusammenarbeit mit einem professionellen Filmteam ist eine dritte Variation eines Kurzfilmes zum Slogan „Wir verschaffen Zugang – immer und überall“ entstanden , um auf gesellschaftliche Behinderungen in Form von Zugangsproblemen aufmerksam zu machen. Die erste Variation wurde im Frühling 2011, die zweite Variation im Herbst 2011 gedreht.

Mit den Stilmitteln des heiteren Ernstes richtet eine ambulante Einsatztruppe – ein fiktives Angebot von Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell – einer Rollstuhlfahrerin einen mobilen Lift ein, um Zugang zum Sitzungszimmer im zweiten Stock zu verschaffen.

Film:
Marco Hess und Thomas Bartlome, video-artwork, Kamera und Schnitt
Patrik Riklin, Atelier für Sonderaufgaben, Regie
Mark Riklin, Stadt als Bühne, Rahmenkonzept

Sehen mit den Händen

Andrea-Maja Burri hat keine oberflächlichen Vorurteile. Die medizinische Masseurin ist seit ihrem 3. Lebensjahr blind und begegnet ihren Kunden über andere Sinne. So heisst es auf ihrem Flyer.

Im Rahmen eines Medienseminar hat gestern an der Fachhochschule St.Gallen, Standort Rorschach, der vierte und letzte Teil der Gesprächsreihe „Megafon – Wir verschaffen leisen Themen Gehör“ stattgefunden. Andrea-Maja Burri, nebst medizinischer Masseurin auch Mitarbeiterin im Restaurant „Blinde Kuh“ in Zürich und Blindenschriftlehrerin beantwortet Fragen über ihren Alltag, ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen.

Burris Forderungen und Wünsche hat sie zu Hause mit der Brailleschrift auf einen Papierstreifen gedruckt: Mehr Arbeitsplätze für Menschen mit einer Sehbehinderung, eine nachhaltige Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema und Zugang zu öffentlichen Medien.

Vor allem die Sensibilisierung und damit verbunden auch die Inklusion von Menschen mit Sehbehinderungen sind für Burri wichtig. Sie will keine abgesonderten Freizeitvereine sondern mit dem SAC Wanderungen unternehmen und zusammen mit Sehenden ihrem zweitem Hobby, dem Bauchtanz, nachgehen. Die Bewegungen ihrer Tanzlehrerin sieht Burri mit den Händen. Dieser ausgeprägte Tastsinn ist eine Stärke, die sie sowohl im Beruf, wie auch in ihren Hobbies gut nützen kann.

Text: Nora Amrein, Studentin an der FHS St.Gallen

Bild: Andrea-Maja Burri (rechts im Bild) im Gespräch mit Studierenden

Öffentlicher Talk mit Andrea-Maja Burri

Am Dienstag, den 20. März 2012, findet die FHS-Reihe „Megafon – Wir verschaffen leisen Themen Gehör“ ihren Abschluss. Nach Christian Lohr, Florian Eugster und Liv Sonderegger ist Andrea-Maja Burri zu Gast, die seit ihrem 3. Lebensjahr blind ist. Die „Blinde-Kuh“-Mitarbeiterin, selbständige medizinische Masseurin und Blindenschriftlehrerin gibt in einem öffentlichen Talk Auskunft über ihren Alltag, ihre vielfältigen Arbeitsfelder sowie die Notwendigkeit, für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung Öffentlichkeit herzustellen.

Dienstag, 20. März 2012, 11 bis 12 Uhr, Industriestrasse 35, Rorschach, Cafeteria FHS St.Gallen

Mobiles Museum

Im Auftrag von Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell haben sich diese Woche Studierende der FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit, intensiv mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderung auseinandergesetzt. In Zusammenarbeit mit einem professionellen Filmteam ist eine zweite Variation eines Kurzfilmes zum Slogan „Wir verschaffen Zugang – immer und überall“entstanden , um auf gesellschaftliche Behinderungen in Form von Zugangsproblemen aufmerksam zu machen. Die erste Variation wurde im Frühling 2011 gedreht.

Mit den Stilmitteln des heiteren Ernstes richtet eine ambulante Einsatztruppe – ein fiktives Angebot von Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell – einem Rollstuhlfahrer ein mobiles Museum ein, da die eigentliche Ausstellung für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich ist.

Film:
Marco Hess und Thomas Bartlome, video-artwork, Kamera und Schnitt
Patrik Riklin, Atelier für Sonderaufgaben, Regie
Mark Riklin, Stadt als Bühne, Rahmenkonzept

Unsichtbarem eine Stimme geben

liv

Die Logopädie-Studentin Liv Sonderegger (im Bild rechts) setzt sich für Anliegen von Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung ein. In einem  Talk an der FHS St.Gallen im Rahmen eines Medienseminars von Mark Riklin und Selina Ingold erzählt die 33-Jährige von Unsichtbarkeit, Berührungsängsten und positiver Diskriminierung. Das St.Galler Tagblatt hat heute darüber berichtet: “Mut zum Fettnäpfchen“.

Bild: Liv Sonderegger (rechts im Bild) im Gespräch mit Studierenden der FHS St.Gallen

Im Gespräch mit Liv Sonderegger

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Im Rahmen der Talkreihe „Megafon – Wir verschaffen leisen Themen Gehör“ ist am Dienstag, 25. Oktober 2011, Liv Sonderegger zu Gast. In einem öffentlichen Talk gibt die Präsidentin des Vereins „Die Dachschadendecker“ in der Cafeteria der FHS St.Gallen (Standort Rorschach) Auskunft über Ziel und Zweck des Vereins, über die letztjährige Theaterproduktion „Sprung in der Schüssel“ und die Notwendigkeit, für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung Öffentlichkeit herzustellen. Der Talk findet im Rahmen eines Medienseminars im Fachbereich Soziale Arbeit statt.

Bildquelle: Szene aus dem Theaterstück “Sprung in der Schüssel” (pd)

Social-Media-Leitfaden für Museen

Die Hochschule Luzern, Departement “Design und Kunst”, hat einen Leitfaden zur Nutzung von Social Media für Museen herausgegeben. Einerseits interessant, da der Leitfaden sehr praxisorientiert ist und andererseits, weil der Einsatz von Social Media im Kulturbereich ein bislang wenig erforschtes Thema ist. Der Leitfaden ist im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt “Audience+: Museen und das partizipative Web” entstanden, das vom Verband der Museen der Schweiz unterstützt und von der KTI gefördert wird. Am Institut für Soziale Arbeit läuft derzeit ebenfalls ein Forschungsprojekt an der Schnittstelle Kultur (Musik) und Social Media. Auskünfte darüber unter: selina.ingold(at)fhsg.ch

Soziale Bewegungen und Social Media

BuchCover

Dass Social Media Möglichkeiten bieten, gesellschaftspolitische Anliegen zu thematisieren, ist unbestritten. Themen wie Interaktion, Partizipation und Vernetzung sind eng mit den Funktionsweisen der Social Media verknüpft und gleichzeitig auch Voraussetzung für eine gelingende Auseinandersetzung mit sozialpolitischen Themen. Trotz erfolgreicher Praxisbeispiele und zahlreicher aktueller Bemühungen ist das Thema in Publikationen bisher eher stiefmütterlich behandelt worden. Soeben ist im ÖGB-Verlag jedoch ein Buch erschienen, das sich nicht nur mit dem Thema beschäftigt, sondern die Social Media gleich in seinen Entstehungsprozess einbettet. Continue reading

FHSG-Interdisziplinarität im Leader-Spezial-Heft

Er wird auch von allen möglichen Seiten her vorgestellt – der rasch wachsende Neubau der St. Galler FHS direkt am Bahnhof. Was die Leader-Spezial-Ausgabe vom August 2011 aber vor allem interessant macht: wie der Neubau systematisch mit Blick auf seine Chancen für noch ausgeprägtere Interdisziplinarität beleuchtet wird. So kommt u.a. Prof. Dr. Ulrich Otto als Leuchtturmwärter des interdisziplinären Kompetenzzentrums CCG-FHS zu Wort, ausserdem die beiden Forscherinnen Prof. Dr. Sibylle Olbert sowie Dr. Petra Kugler vom Leuchtturmthema “Nachhaltige Unternehmensentwicklung” – auch dies ein Schwerpunkt, in dem derzeit intensiv u.a. durch gleich mehrere F+E-Antragsprojekte die Synergien zum Generationenthema ausgelotet werden.

Leader_Titelblatt-zur-FHSG_2011

Zurückhaltende Social-Web-Mitwirkung

Während viele deutsche Onliner Social-Web-Angebote nutzen, tragen bis heute nur wenige aktiv dazu bei. Dies zeigen die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2011. Genutzt werden insbesondere Wikipedia, Videoportale (z.B. YouTube) und private Communitys. Die Nutzung von Weblogs und Twitter liegt immer noch auf geringem Niveau. Die Mitmachidee des Social Web wird vorwiegend bei den privaten Communitys umgesetzt. Zur Weiterentwicklung der Online-Enzyklopädie Wikipedia tragen nur 3 Prozent der Nutzer bei und lediglich 7 Prozent haben schon einmal selbst ein Video auf YouTube oder andere Portale geladen. Diejenigen, die Blogs und Twitter nutzen, beteiligen sich häufiger auch aktiv mit Beiträgen und Kommentaren. Sie bilden sozusagen den harten Kern des Social Web.

Quelle: Busemann, Katrin/Gscheidle, Christoph (2011). Web 2.0: Aktive Mitwirkung verbleibt auf niedrigem Niveau. In: Media Perspektiven. 7-8/2011.

Gerüstet für Medienkompetenz im digitalen Zeitalter

Neue Medien sind in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtig. Medienkompetenz bildet dabei den Schlüssel zur modernen Kommunikationsgesellschaft. Gerade auch in Schulen wird die Frage nach dem Umgang mit digitalen Medien immer zentraler. Eine Möglichkeit, sich intensiv damit auseinanderzusetzen, bietet der CAS Medienpädagogik, den die PHSG in Zusammenarbeit mit der FHS St.Gallen durchführt. Christian Krüsi, Informatikverantwortlicher an der Schule Altstätten, hat den Lehrgang besucht.
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Master in Sozialinformatik: Erfolgreiche Abschlüsse

Mit den heutigen mündlichen Prüfungen haben zwei Studentinnen des Master in Sozialinformatik (MAS in Social Informatics) ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Die zwei Masterarbeiten wurden zu den Themen “Office 2007 im Einsatz in der Ausbildung von Sehbehinderten und Blinden” und “Non-Profit-Organisationen im Web 2.0: Positionierung und Wertschöpfung” verfasst. Herzliche Gratulation an die Absolventinnen.

Das nächste Masterstudium Sozialinformatik startet diesen Herbst. Infos dazu finden Sie hier.

Macht das Internet sozialer?

Internet macht Kinder und Jugendliche sozial aktiver. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ifo Instituts München. Mit diesen Ergebnissen widersprechen die Forscher dem Mythos, dass das Internet die Menschen sozial vereinsamt. Die Wissenschaftler zeigen auf, dass Kinder und Jugendliche dank Internet häufiger Gruppenaktivitäten ausserhalb der Schule nachgehen.  Wie lässt sich das erklären? Das Internet wird – im Gegensatz zum Fernsehen beispielsweise – häufig interaktiv genutzt. So werden dank dem Internet auf einfache Weise Kontakte mit anderen Menschen geknüpft und aufrecht erhalten oder man verabredet sich via Internet in der realen Welt. Zudem bietet das Internet zahlreiche Informationen über verschiedene Themenbereiche und Angebote. „Offensichtlich dominiert die Informations- und Kommunikationsfunktion des Internets seine passive Unterhaltungsfunktion. Deshalb finden wir tendenziell positive Effekte des Internets auf die sozialen Aktivitäten von Jugendlichen und Erwachsenen“, so Ludger Wössmann, einer der beteiligten Forscher. Der Studienbericht kann hier heruntergeladen werden.