Wenn der erste Eindruck täuscht

Mitarbeitende im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich brauchen nicht nur eine hohe Fach-, sondern auch Sozial- und Kommunikationskompetenz. Dass solche Stärken bei der Personalauswahl nicht einfach auf der Hand liegen oder durch Arbeitszeugnisse abgeleitet werden können, weiss Christina Fehr Dietsche, Leiterin des neuen Seminars Personalentwicklung und Kompetenzmanagement an der FHS St.Gallen.

Es sei anspruchsvoll für eine Stelle die passende Person zu finden. Oft verlasse man sich nach wie vor auf Bewerbungsunterlagen und Erstgespräche. „Dabei können wir von positiven wie auch negativen Wahrnehmungstäuschungen fehlgeleitet werden“, warnt Christina Fehr Dietsche. Fehlbesetzungen hätten dabei nicht nur hohe Kosten für eine Organisation zur Folge, sondern könnten auch zu Kündigungen langjähriger Mitarbeitender und Imageverlust führen.

Im Seminar Personalselektion und Kompetenzmanagement schult die Inhaberin und Geschäftsführerin einer Assessment- und Beratungsfirma die Teilnehmenden darin, einen differenzierten Blick zu entwickeln. Das Seminar führt in die Entwicklung von Anforderungsprofilen ein und zeigt auf, wie Kompetenzen beobachtbar gemacht werden können. Angesprochen sind Personalverantwortliche aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen.

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KoAlFa – binationales F+E-Projekt gestartet (CCG)

Am 1. September haben die neuen beiden ProjektmitarbeiterInnen (Dr. Stefanie Richter und Theresa Hilse) ihre Arbeit aufgenommen – im Verbundprojekt der FH Jena (Prof. Dr. Michael Opielka) und des CCG der FHSG (Prof. Dr. Ulrich Otto): Das F+E-Projekt Koproduktion im Welfare Mix der Altenarbeit und Familienhilfe (KoAlFa)“ zielt auf die Entwicklung und Erprobung neuer Methoden des Schnittstellenmanagements im Feld der multiprofessionellen und ehrenamtlichen Versorgung alter Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen. Dabei gilt der Koproduktion informeller und formeller UnterstützerInnen sowie der multiprofessionelle Zusammenarbeit ein besonderes Interesse.

Projektteam KoAlFa (FH Jena+FHS St. Gallen)

Projektteam KoAlFa (FH Jena+FHS St. Gallen): Dr. S. Richter, T. Hilse, Prof. Dr. M. Opielka

KoAlFa wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre (bis Juni 2014) im Schwerpunkt „Soziale Innovationen für die Lebensqualität im Alter“ – SILQUA gefördert. Diese Förderlinie des BMBF richtet sich an Fachhochschulen und initiiert versorgungs- bzw. praxisnahe Forschung zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Erhaltung der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung älterer, insbesondere von Alterserkrankungen betroffener Menschen.

Zur nachhaltigen Entwicklung und Gestaltung regionaler Versorgungsnetzwerke wird von Beginn an eine enge Zusammenarbeit zwischen WissenschaftlerInnen, VertreterInnen der professionellen Versorgung, der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagement sowie Betroffenen und Angehörigen angestrebt. Die im Forschungsprozess stattfindenden Austausch- und Aushandlungsprozesse sind Grundlage für gelingende Zusammenarbeit über die dreijährige Projektphase hinaus.

Zugleich fokussiert KoAlFa dabei auf die besondere Rolle der Sozialen Arbeit in sich koproduktiv gestaltenden Versorgungszusammenhängen und trägt durch eng verschränkte Forschung und Entwicklung zur Professionalisierungsdebatte bei.

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Neue Mitarbeiterin M. Holzschuh ab Dez. 2011

Alle neuen Silqua-F+E-Projekte der 3. Förderrunde

Schnittstellenmanagement – 2-Länder-F+E-Antrag in Endrunde?

Die Vorauswahl hat es immerhin schon bestanden – ein kürzlich beantragtes F+E-Projekt des CCG. Ulrich Otto hat es zusammen mit Prof. Dr. Michael Opielka von der FH Jena entwickelt und im deutschen Programm Silqua 2011 eingegeben – einem DORE-ähnlichen Programm des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Nun wird es spannend, ob es in dem hoch kompetitiven Verfahren bewilligt wird.

Doch zu den Inhalten: zugegeben – es gibt handlichere Titel als “Koproduktivität im welfare mix der Altenarbeit und Familienhilfe”. Was ist damit gemeint? Neue Methoden des Schnittstellenmanagements sollen erforscht, erprobt und etabliert werden. Schnittstellenmanagement zwischen professionellen bzw. beruflichen sozialen Diensten und Unterstützungsleistungen informeller Netzwerke  im Feld der Alten- und Familienhilfe – damit will das geplante Forschungs F+E-Projekt einen Beitrag leisten , die Lebensqualität, Selbständigkeit und Würde älterer Menschen zu wahren und zu verbessern.

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Hauptzielgruppen des Projekts sind an Altersdemenz erkrankte Menschen und deren Angehörige sowie professionell-berufliche, semi-professionelle und bürgerschaftliche HelferInnen. Im Projekt sind F- und E-Aspekte eng miteinander verschränkt. Es soll gezeigt werden, wie optimale Struk­­turen und Praxen des Schnittstellenmanagements im welfare mix koproduktiv gestaltet werden können.

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Case Management: Die erste Testphase läuft

Nach einjähriger intensiver Entwicklungsarbeit zusammen mit über 60 Fachstellen in vier Pilotregionen läuft seit Januar der erste Praxistest. Bereits wurden in drei regionalen Veranstaltungen zwischen dem 12. und 25. Januar 2011 fast 200 Fachpersonen aus den Bereichen Sozialarbeit, Schule, Gesundheitswesen und Justiz das neue Verfahren und die zugehörigen Arbeitsinstrumente vorgestellt.

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Ermächtigend oder Entmutigend?

Peter Schallberger und Bettina Wyer, Forschende des Instituts für Soziale Arbeit IFSA der FHS St.Gallen haben ihre Studie zur Untersuchung von vorübergehender Beschäftigung in der Schweiz als Buch veröffentlicht.

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Seit Mitte der 1990er Jahre richtet sich die Arbeitsmarktpolitik der meisten europäischen Staaten am Leitparadigma der Aktivierung aus. Arbeitslosigkeit soll durch Maßnahmen bekämpft werden, die bei den einzelnen Betroffenen ansetzen und denen zugleich qualifizierende und repressive Momente anhaften können. Am Beispiel von »Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung« in der Schweiz zeigt die Studie auf, dass bei der Umsetzung der politischen Doktrin des »Förderns und Forderns« in der professionellen Praxis erhebliche Ausgestaltungsspielräume bestehen. Anhand vergleichender Fallstudien werden die Bedingungen rekonstruiert, unter denen die Programme
entweder eher ermächtigend oder zusätzlich entmutigend wirken.

Peter Schallberger, Soziologe, ist Professor im Fachbereich Soziale Arbeit an der FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Bettina Wyer, Pädagogin, ist dort wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Hier finden Sie eine Leseprobe zum Buch.

Von Menschen und Märkten

11. Consozial in Nürnberg vom 10.-12. November 2009

„Märkte für Menschen“ heisst dieses Jahr das Motto von Fachmesse und Kongress für den Sozialmarkt in Deutschland. Dass man sich nach der Wirtschaftskrise, die ja auch als Führungs- oder Managementskrise wahrgenommen wird, wieder vermehrt auf die Menschen besinnt, ist sicher kein Zufall. Nachdem die Soziale Arbeit sich in den letzten Jahren viel mit Management im Sozialen befasst hat, bekommt wie es scheint „Sozialmanagement“ nun noch eine andere Bedeutung: Das Soziale wieder ins Management einzubringen, könnte sich die Soziale Arbeit zur Aufgabe machen, da sie sich ja seit jeher vor allem mit Menschen befasst.

6 Fachhochschulen der Deutschen Schweiz gemeinsam an der Consozial. Die Standbeschriftung war allerdings ein Versehen der Organisatoren. So weit geht der Zusammenschluss denn doch nicht.

6 Fachhochschulen der Deutschen Schweiz gemeinsam an der Consozial. Die Standbeschriftung war allerdings ein Versehen der Organisatoren. So weit geht der Zusammenschluss denn doch nicht.

An einem gemeinsamen Stand der deutschschweizerischen Hochschulen Continue reading

Tagung + CfP: Neue Bildung braucht das Alter

“Wenn Fachkräfte, Belegschaften und Adressaten älter werden” , so der Untertitel einer Tagung in Dresden am 1./2. Oktober 2009. Der Call for papers für die Foren und Workshops läuft bis Ende Juni, das Hauptprogramm ist soeben fertig geworden. Der Programmzuschnitt lässt sich auch als Beleg dafür lesen, wie aktuell die Leuchtturmthemen der FHS St. Gallen sind: die Tagung macht explizit Aspekte des Generationenverhältnisses und der Professionsentwicklung zu Hauptthemen – und zwar gerade in ihrem spannenden Wechselverhältnis:

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Soziale Arbeit und Öffentlichkeit

Am Donnerstag, 8. Mai 2008 hat im Studienbereich Soziale Arbeit der FHS St.Gallen eine Open Space Veranstaltung unter dem Titel “Soziale Arbeit und Öffentlichkeit” stattgefunden.

Eingeladen dazu hatte die Studierendenorganisation Soziale Arbeit SO. Rund 40 Studierende, Dozierende und Mitarbeitende des IFSA diskutierten in insgesamt 5 Workshops engagiert und teils kontrovers zu Themen wie “Macht und Prestige”, “Politik versus Soziale Arbeit” oder “Positionierung der Sozialen Arbeit”.

Zur Veranstaltung gibt es im Fachhochblog drei Podcasts (Aufnahme und Schnitt: Martina Götsch, Studentin der FHS). Zudem können dort die Verlaufsprotokolle mit Fazit der einzelnen Workshops als PDF heruntergeladen werden.

Die Diskussion hat erst begonnen!

Internationaler Kongress in Luzern

Die Schweizerische Gesellschaft für Soziale Arbeit organisierte in Luzern ihren ersten internationalen Kongress zum Thema „ Transformation des Sozialen – wohin entwickelt sich die Soziale Arbeit?“. Vom 6. bis zum 8. März trafen sich mehr als 240 Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler und Praktikerinnen/Praktiker aus der Schweiz, aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Luxemburg, Portugal und Kanada. In verschiedenen Workshops und Vorträgen wurden aus nationaler und internationaler Perspektive die aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen diskutiert und es wurde nach angemessenen Antworten der Sozialen Arbeit gesucht. Der Kongress machte sichtbar, dass sich die Fachleute der Sozialen Arbeit vermehrt mit ihrem Wissen in die sozialpolitische Meinungsbildung einbringen wollen. Ein Ergebnis ist die „Luzerner Erklärung“.

Unter Bezugnahme auf die Präambel der Schweizer Verfassung wird festgestellt, dass der Grundwert der sozialen Verantwortung in den aktuellen politischen Debatten zunehmend in Frage gestellt wird. Die Autoren der „Luzerner Erklärung“ fordern, dass sich die Fachleute der Sozialen Arbeit vermehrt diesen Tendenzen entgegenstellen. Die Akteure des Sozialwesens haben die Aufgabe, mittels ihres Fachwissens zu einer Versachlichung der öffentlichen Debatten beizutragen und angemessenen Problemlösungen Gehör zu verschaffen. Die Autoren fordern alle politischen Kräfte und die Medien auf, dieser Perspektive wieder vermehrt Raum zu geben und dabei die Expertise der Sozialen Arbeit zu nutzen.

Peter Sommerfeld, Annegret Wigger (Ko-Präsidium SGSA)