Wie können geschaffene Qualitäten einer Zwischennutzung in die langfristige Entwicklung eines Areals einfliessen? Und was braucht es, damit aus einem zeitlich begrenzten Projekt nachhaltige Strukturen, Kooperationen und Wirkungen entstehen?
23 Studierende aus 8 Studiengängen erarbeiteten in 5 Tagen 5 innovative Lösungen zur nachhaltigen Gestaltung des Klimawandels für das Areal Bach im Rahmen des interdisziplinären Kontextstudiums an der OST.
Das Areal Bach am Bahnhof St. Fiden in der Stadt St. Gallen zeigt, wie die Anpassung an den Klimawandel klimagerecht gestaltet werden kann. Seit 2020 verwandelt der Verein Areal Bach eine ehemalige Lager- und Parkplatzfläche schrittweise und partizipativ in einen grünen Quartier- und Begegnungsraum für die Bevölkerung.
Das Areal Bach ist nicht nur ein grüner Freiraum, sondern als Zwischennutzungsprojekt auch ein Lern- und Experimentierfeld der sozial-ökologischen Transformation mit zivilgesellschaftlichem Engagement für Menschen und Natur in der Stadt. Der Hitzesommer 2026 hat eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig begrünte und kühle Orte für Begegnung, Erholung und gemeinschaftliches Zusammenleben sind.
Das Areal steht vor einem Wendepunkt: 2030 läuft die Vereinbarung zwischen dem Verein Areal Bach und der Stadt St. Gallen über die Zwischennutzung aus. Während der Verein die Transformation von Grau zu Grün weiter vorantreibt, startet die Stadt St. Gallen das Verfahren zur Revision der Ortsplanung.
Wie lässt sich das Engagement aus einer Zwischennutzung langfristig sichern? Wie können die räumlichen, sozialen und ökologischen Qualitäten des Areals in die künftige Entwicklung einfliessen? Wie können Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und weitere Beteiligte wirkungsvoll zusammenarbeiten? Die Beantwortung dieser Fragen setzt einen ganzheitlichen Ansatz voraus, der in der Praxis zunehmend interdisziplinäre Kompetenzen der beteiligten Akteur:innen erfordert.
Im Rahmen des interdisziplinären Kontextstudiums erarbeiteten Studierende im Modul Klimagerechte Stadt- und Gemeindeentwicklung ko-kreativ Lösungsideen und Realisierungspfade für eine naturpositive Entwicklung des Areals. Dozierende aus verschiedenen Forschungsinstituten (IDEE, ILF, IRAP, IFSAR, ISM) der OST vermittelten vielfältige Einblicke in das Thema, regten zum Blick über den Tellerrand der eigenen Disziplin an und diskutierten mit den Studierenden spannende Fragen zu Herausforderungen, Potenzialen und Lösungsansätzen. Ein gemeinsamer Klimaspaziergang zu Hitzeinseln und Stadtoasen in der Stadt St.Gallen, eine Design-Thinking-Werkstatt zur Lösungsentwicklung, ein Workshop zur Analyse komplexer Wirkungszusammenhänge und eine Paneldiskussion mit Vertreter:innen der Stadt St.Gallen inspirierten die Studierenden, die abschliessend ihre Ergebnisse zur Diskussion stellten.
Kontakt: raimund.kemper@ost.ch


