«Veränderung beginnt im Kopf» – Forum Integration zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung Mintegra

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Stiftung Mintegra fand im September zweimal das Forum Integration statt – in Buchs und in Sargans. Ziel der Veranstaltungen war es, Menschen mit und ohne Migrationserfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen, Erfahrungen zum Zusammenleben auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Weiterentwicklung der Integrationsangebote zu sammeln.

Bereits beim interaktiven Check-in gab es viel Gesprächsstoff und die Teilnehmenden tauschten sich über ihre unterschiedliche Herkunft aus. Eine Aufstellung im Raum zeigte, wie weit der Geburtsort vom aktuellen Wohnort entfernt liegt. Die Antworten gingen von «gleich nebenan» bis zu tausenden Kilometern. Rasch wurde sichtbar, was die beiden Foren prägte: Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien und Erfahrungen kamen zusammen, um über ein gemeinsames Thema zu sprechen.

Der erste Anlass fand am Freitagabend, 4. September, in Buchs statt. Damit möglichst viele ihre Perspektiven einbringen konnten, wurde der Austausch in mehrere Sprachen übersetzt. So tauschten sich rund 60 Personen in moderierten Tischgruppen darüber aus, wie sie das Zusammenleben in ihrer Nachbarschaft, ihrem Wohnort oder ihrer Gemeinde erleben. Dabei ging es zunächst um die Frage, was bereits gut läuft und was weniger.

Anschliessend wurden konkrete Ideen entwickelt basierend auf den folgenden Fragen: Was braucht es für ein gutes Zusammenleben? Wer kann dazu beitragen? Und wo ist eine bessere Zusammenarbeit gefragt? In den zentralen Ergebnissen der Tischgruppen fanden sich vielfältige Antworten: von niederschwelliger Elternbildung und dem Ausbau der Spielgruppenangebote über die Vermittlung von Vereinen, interkulturelle Treffpunkte und regelmässige Begegnungsformate bis hin zu einer Arbeitsvermittlungsagentur und zusätzlichen Projekten für den Einstieg in die Arbeitswelt. «Veränderung beginnt im Kopf», hielt eine Tischgruppe fest – ein Satz, der die Stossrichtung vieler Gespräche treffend zusammenfasste.

Am Samstagmorgen, 19. September, in Sargans wurde das Forum ein zweites Mal durchgeführt. Rund 30 Personen nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Das kleinere Teilnehmerfeld ermöglichte dabei ebenso intensive Gespräche und vielfältige Perspektiven. Im Anschluss fand das Festival der Kulturen statt und lud mit kulinarischen und kulturellen Beiträgen zum Verweilen ein.

Das IFSAR durfte die beiden Veranstaltungen in Konzeption, partizipativer Planung und Moderation begleiten. Beide Foren haben eindrücklich gezeigt, wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und wie viel Bereitschaft besteht, gemeinsam Ideen zu entwickeln. Immer wieder wurde dabei auch die Arbeit von Mintegra gewürdigt: Die Teilnehmenden schätzten die bestehenden Integrationsangebote der Stiftung und wünschten sich gleichzeitig, dass diese noch bekannter werden.

«Veränderung beginnt im Kopf», wie es eine Tischgruppe treffend formulierte – genau das ist an diesen beiden Abenden spürbar geworden. Der Wunsch nach einer Fortsetzung im kommenden Jahr ist deshalb ein starkes Signal: Der Dialog soll weitergehen und weitere Kreise ziehen, insbesondere sollen künftig noch mehr Personen aus der Politik eingebunden werden.

Kontakt: Daniela Epple, wissenschaftliche Mitarbeiterin, IFSAR