Welche Wohnformen passen zu unseren Bedürfnissen, wenn sich unsere Lebensumstände verändern? Wie möchten wir als Menschen 50+ wohnen? Mit diesen Fragen setzten sich die Teilnehmenden der ersten öffentlichen Veranstaltung «Wohnzukunft gestalten» am 15. September 2026 in der Aula des KBZ St.Gallen auseinander.
Impulse aus Politik, Praxis und Forschung
Simon Netzle von der Kommunikation Stadt St.Gallen begrüsste die Anwesenden und betonte die Bedeutung ihrer Mitwirkung bei der Gestaltung der Wohnzukunft in St.Gallen. Die Stadträt:innen Markus Buschor und Sonja Lüthi stellten die Wohnraum- und die Liegenschaftenstrategie sowie die Strategie Alter und Gesundheit der Stadt St.Gallen vor, die enge Bezugspunkte zum Projekt «Wohnzukunft gestalten» aufweisen.
Das Projekt «Wohnzukunft gestalten» hat sich zum Ziel gesetzt, mit lokalen Akteur:innen in den drei Pilotstädten Aarau, Köniz und St.Gallen Angebote anzuregen, welche die Anpassung der Wohnsituation an neue Lebensphasen und damit einhergehenden Wohnbedürfnissen unterstützen und ermöglichen. Lokale Akteur:innen aus den Bereichen Architektur, Bau- und Mietwesen, Forschung, Altersarbeit und Immobilienwirtschaft sowie Vertreter:innen privater und gemeinnütziger Eigentümerschaften und Projekten aus der Bevölkerung haben sich in St.Gallen zum «Netzwerk Lebensphasenwohnen» zusammengeschlossen. Die Mitwirkung der Bevölkerung im Rahmen der ersten öffentlichen Veranstaltung spielt bei der (Weiter-)Entwicklung von Angeboten durch das «Netzwerk Lebensphasenwohnen» eine zentrale Rolle. Am Projekt «Wohnzukunft gestalten» sind verschiedene Institute der OST – Ostschweizer Fachhochschule beteiligt: Das Institut für Modellbildung und Simulation (IMS), das Institut für Bau und Umwelt (IBU) sowie das Institut für Soziale Arbeit und Räume (IFSAR).
In einem Fachreferat zum Thema zeigte Nicola Hilti vom IFSAR auf, wie unterschiedlich die Wohnbedürfnisse im Alter sind. Während viele Menschen in ihrem vertrauten Zuhause bleiben möchten, suchen andere nach neuen Wohnformen. Fehlende Angebote und Unterstützung erschweren häufig einen Wechsel. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit der eigenen Wohnzukunft auseinanderzusetzen.
Gemeinsam die Wohnzukunft gestalten
Während der Verpflegungspause konnten sich die Teilnehmenden bei Sandwiches und Getränken austauschen. Zugleich bot die Plakatausstellung den Anwesenden Gelegenheit, sich über bestehende Projekte, Modelle und Initiativen – die entsprechend der Projekt-Vision, Menschen in der zweiten Lebenshälfte helfen, ihre Wohnsituation ihren Bedürfnissen gemäss zu gestalten – sich zu informieren, zu inspirieren und darüber ins Gespräch zu kommen.
Im anschliessenden Workshop diskutierten Anwesende und Fachpersonen in Kleingruppen über ihre jeweiligen Wohn-Visionen sowie darüber, was deren Umsetzung erschwert oder ermöglichen würde. Die Ergebnisse wurden im Plenum zusammengetragen und fliessen nun in die weitere Projektarbeit ein. Sie sollen die Entwicklung von Projektideen des «Netzwerk Lebensphasenwohnen» anregen und damit helfen, bestehende Wohn- oder Unterstützungsangebote in der Stadt St.Gallen weiterzuentwickeln und neue Ideen anzustossen.
Wie geht es weiter?
Im Frühling 2027 ist eine zweite öffentliche Veranstaltung geplant, in der konkrete Projektideen des «Netzwerk Lebensphasenwohnen» vorgestellt und mit der Bevölkerung der Stadt St.Gallen diskutiert werden sollen. Eine Einladung dazu folgt.
Die Veranstaltung zeigte, wie vielfältig die Wohnbedürfnisse der St.Galler Bevölkerung 50+ sind. Der angeregte gemeinsame Austausch zu den unterschiedlichen Wohn-Visionen verdeutlichte, wie das von der Veranstaltung aufgegriffene Thema beschäftigt. Danke den Anwesenden für Ihre Teilnahme und engagierte Mitarbeit am Projekt!



