Das Lernlabor «Digitalisieren Hands-on» bringt Studierende verschiedener Studiengänge zur Konzipierung und Realisierung innovativer Lösungen für reale Fragestellungen zusammen. Am Beispiel einer digitalen Beteiligungsanwendung für Jugendliche erprobten sie den gesamten Digitalisierungsprozess – von der ko-kreativen Ideenfindung bis zum getesteten Prototyp. Dabei zeigte sich eindrücklich, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit und agile Methoden zu praxisnahen und zukunftsfähigen Lösungen führen.
20 Studierende aus neun Studiengängen arbeiteten zwischen September und Dezember 2025 an digitalen Technologien für reale Problemstellungen. Sie durchliefen den kompletten Digitalisierungsprozess auf eine agile Weise: ko-kreativ, testend und adaptiv. Die Studierenden brachten sich mit ihrem Spezialwissen in einen kollaborativen Lernprozess ein.
Eine Gruppe Studierender ging im Auftrag des IFSAR anhand eines fiktiven Beispiels zur Neuplanung eines Dorfplatzes der Frage nach, wie die Beteiligung Jugendlicher in räumlichen Entwicklungsprojekten durch ein digitales Format attraktiv und altersgerecht gestaltet werden kann. Damit verbunden war die Annahme, dass mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft sich auch die Bedürfnisse junger Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe verändern. Jugendliche haben eine hohe Affinität zu digitalen Angeboten der Vernetzung. Wichtige Rahmenbedingungen zur Lösungsentwicklung waren die Niederschwelligkeit zur Nutzung der digitalen Anwendung unter Berücksichtigung der Kompetenzen und Interessen Jugendlicher, Anonymität und Datenschutz, die zielgerichtete Einbettung der digitalen Beteiligung in den Beteiligungsprozess mit anderen Anspruchsgruppen und die Anschlussfähigkeit der Beteiligungsergebnisse für den weiteren Planungsprozess zur Neugestaltung des Dorfplatzes.
Die Studierenden entwickelten und testeten den Prototyp für die digitale Beteiligungsanwendung «SPEAK UP». Durch die Einbindung der Anwendung in den Schulunterricht können sowohl Jugendliche aktiviert, das Thema der Beteiligung und Teilhabe behandelt und die Nutzung der Anwendung begleitet werden. Die digitale Lösung von «SPEAK UP» lag in einer KI-gestützten Interaktion zu gewünschten Aktivitäten wie Treffen und Bewegung sowie erforderlichen Ausstattungen wie Sitzgelegenheiten, Witterungsschutz oder Wasserelemente auf dem Dorfplatz. Die Ergebnisse wurden in KI-generierte Visualisierungen des Dorfplatzes übersetzt und konnten unter Beachtung nicht realisierbarer Lösungen priorisiert werden. Im Hintergrund wurden raumrelevanten Daten generiert, um sie im weiteren Planungsprozess verwenden zu können. Damit war die digitale Schnittstelle für die anschliessende Erarbeitung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzepts für den Dorfplatz gewährleistet.
Abschliessend reflektierten die Studierenden die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie erlebten, wie durch die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit interdisziplinäre Kompetenz erworben und ein Mehrwert in der Entwicklung innovativer Lösungen entsteht.
Kontakt: raimund.kemper@ost.ch

