Interdisziplinäre Studierendenteams entwickeln Lösungen zur Klimaanapassung

Der Klimawandel setzt Städte und Gemeinden unter Druck, die daraus entstehenden Folgen zu bewältigen. Auch am Campus OST Rapperswil-Jona als Lern- und Arbeitsplatz ist der Klimawandel spürbar. An heissen Sommertagen ist der Campus kein kühler Ort. Versiegelte Flächen und dunkle Fassaden wirken sich nachteilig auf den Aufenthalt am Campus aus.

Die OST erkennt die Notwendigkeit, Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln. Neueste Erkenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit werden vor Ort getestet: der Campus als Reallabor. Innovative Projekte auf dem Campus wie das Freiraumlabor oder temporär aufgestellte Bäume zielen darauf ab, testend und herantastend Klimaanpassung zu unterstützen und gleichzeitig die Biodiversität und das Wohlbefinden zu verbessern. Doch die Realisierung solcher Projekte allein entfaltet noch keine nachhaltige Wirkung. Diese zeigt sich erst in der Phase nach der Umsetzung. Wie Massnahmen in dieser Phase verstetigt und verankert, gemeinschaftlich getragen und kontinuierlich weiterentwickelt werden, ist entscheidend dafür, ob sie langfristig zu den transformativen Effekten und zur Klimaanpassung beitragen.

Dieser Herausforderung nahmen sich 21 Studierende aus acht Studiengängen im interdisziplinären Kontextstudium an. Im Modul «Klimagerechte Stadt- und Gemeindeentwicklung» erarbeiteten sie in interdisziplinären Teams Ideen, um Biodiversität und Aufenthaltsqualität auf dem Campus zu fördern und diese Massnahmen nachhaltig zu verstetigen. Dozierende aus verschiedenen Forschungsinstituten (IDEE, ILF, IRAP, IFSAR, ISM) der OST vermittelten inhaltliche und methodische Grundlagen. Ein Rundgang zu Projekten der Klimaanpassung auf dem Campus, eine Design Thinking Werkstatt zur Lösungsentwicklung und ein Workshop zur Analyse komplexer Wirkungszusammenhänge inspirierten die Studierenden zur Erarbeitung ihrer innovativen Lösungsideen, die sie abschliessend präsentierten. Diese beinhalteten beispielsweise die Entsiegelung von Flächen für kleine Biodiversitätsoasen mit Treffpunktqualität, eine naturnah gestaltete Aussichtsplattform mit Blick auf den See und die Berge, grüne Klassenzimmer und ein begrüntes Dach, das zur Erholung einlädt. Die Studierendenteams zeigten auf, wie wichtig es ist, einzelne Massnahmen mit Klimaanpassungszielen für eine hohe Akzeptanz und Unterstützung zu verknüpfen, eine langfristige Bewirtschaftung von Anfang an mitzudenken und Verantwortliche wie potenziellen Nutzer:innen bei der Planung, Realisierung und Pflege einzubinden.

Kontakt: raimund.kemper@ost.ch