Wer ist eigentlich alt?

Ist jeder Mensch so alt, wie er sich fühlt? Sind nur “die anderen” alt? An wen richten sich eigentlich all die Projekte (auch jene des IFSA), die sich mit Alterskonzepten, Wohnen im Alter, Lebensqualität im Alter oder dem Älter werden im Quartier auseinander setzen?

Mögliche Antworten und Hintergründe aus Wissenschaft und Forschung kann man in der derzeit laufenden öffentlichen Vorlesungsreihe des Zentrums für Gerontologie an der Universität Zürich erfahren. Dort wird die Reihe “Wahrnehmung im Alter und des Alters” fortgesetzt, neben den oben genannten Themen erweitern Schlaf und Gedächtnis, Intuition sowie Musikwahrnehmung die vielseitige Themenpalette.

Die Vorlesungen finden ab 17. September alle 2 Wochen statt, Lageplan und detaillierte Informationen finden sich unter diesem Link.

Wie lokale Erfahrungen überlebenswichtig sein können

Ein Besuch im Fram-Museum, Oslo (Text: Martin Müller, Institutsleiter)

Manche Projekte, bspw. in der  sozialen Gemeinde- oder Stadtentwicklung, gleichen Reisen ins Ungewisse. Denn die Menschen, mit denen man zu tun hat, sind nicht ohne weiteres berechenbar. Ein Besuch im Fram-Museum in Oslo regt zu Analogien an. Die Fram ist das Forschungsschiff von Fridtjof Nansen, mit dem auch  Roald Amundsen, der Entdecker des Südpols, unterwegs war. Seine Geschichte ist im Museum ebenfalls eindrücklich dokumentiert. Weiterlesen

Weiterführung der Sozioprofessionellen Fanarbeit St.Gallen?

Sie ist an der Sitzung des Stadtparlaments am 26.8.2014 traktandiert.

Die Vorlage an das Stadtparlament ist fertiggestellt, sie beruft sich in wesentlichen Punkten auf die Ergebnisse der Evaluation durch das IFSA-FHS (Informationen zum Bericht in diesem Blog). Das Stadtparlament entscheidet, ob das derzeitige Pilotprojekt Sozioprofessionelle Fanarbeit (Laufzeit bis Ende 2014) in den Regelbetrieb überführt werden kann. In diesem Fall wären die Stadt St.Gallen selbst, der FC St.Gallen sowie der Kanton St.Gallen zu gleichen Teilen finanziell beteiligt und würden die erfolgreich angelaufene Arbeit der beiden Fanarbeiter, dazu gehört vor allem die Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Anspruchsgruppen der Fanarbeit, weiterhin ermöglichen.

Interessierten steht die Vorlage online zur Verfügung, ebenso steht auf der Homepage der Fanarbeit St.Gallen der Evaluationsbericht zum Download bereit.

Lebensqualitätsindex in und für Gemeinden

Lebensqualität ist mehr als Glück, Zufriedenheit, Wohlfahrt, Wohlbefinden, Lebensstandard und wie die Begriffe zu “Güteklassen von Lebenswahrnehmung” sonst noch in Erscheinung treten mögen. Zusätzlich spannend wird es, wenn die Dimension “Gemeinde” hinzukommt. Wie “gut” oder “schlecht” lebt es sich in Bezug zur Gemeinde?
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Wenn Männer switchen

Während der Arbeitszeit einen Arzttermin für die kranke Mutter organisieren, am Fussballspiel des Sohnes mit einem Geschäftspartner telefonieren und beim Joggen auf die Lösung für ein Arbeitsproblem kommen – viele Berufstätige wechseln ständig zwischen Beruf, Familie und Freizeit hin und her. Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit ist für viele Menschen eine grosse Herausforderung und wird vor allem im Hinblick auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft diskutiert. Das Institut für Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen (IFSA-FHS) verfolgt mit dem Impulsprojekt „Switchen ist legitim“ nun eine neue Perspektive: Es stellt die Männer ins Zentrum der Vereinbarkeitsthematik.
Im Projekt wird untersucht, wie häufig Männer zwischen Kontexten von Beruf, Familie und Freizeit wechseln und ob sie dies in der Arbeitswelt „verdecken“. Ziel ist es, einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit zu leisten. Die Fachhochschule sucht Männer aus der Ostschweiz, die bereit sind, online einen Fragebogen zum Thema auszufüllen: switchen-ist-legitim.ch

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“Verjüngungskur” der Altersarbeit – ein Pilotprojekt

Älter werden – Quartier – Nachbarschaftshilfe – wohl fühlen – demographische Entwicklung -
Gemeinschaft – Netzwerke – zu Hause sein. Altern als Quell von neuen, quartiersbelebenden und lebbaren Ideen.

“Älter werden im Quartier” ist ein Pilotprojekt der Stadt Frauenfeld. Es widmet sich der Thematik, wie das zu Hause leben und wohnen im Alter zur Zufriedenheit aller möglicher betroffenen Personen gestaltet werden kann. Dabei werden Bürgerinnen und Bürger eingebunden und deren Meinungen, Erfahrungen, Hoffnungen, Befürchtungen, Visionen und konkreten Ideen erfragt, gesammelt und zur Umsetzung von weiterführenden Projekten verarbeitet.awiq Weiterlesen

Liebe Fussballfans, liebe Interessierte,

wie die Fussball-WM im Brasilien ausgehen wird, wissen wir nicht. Aber was es an neuen Erkenntnissen rund um die Fussball-Fanszene gibt, steht im eben veröffentlichten Evaluationsbericht des IFSA-FHS zur sozioprofessionellen Fanarbeit St.Gallen.

Er beleuchtet die Pilotphase der sozioprofessionellen Fanarbeit St.Gallen 2012 bis 2014. Zentrale Grundlage ist das Verständnis von sozioprofessioneller Fanarbeit als wesentlicher Faktor in einem komplexen Umfeld, das geprägt ist von Wechselwirkungen und ständig ändernden Zusammenhängen.

Die Evaluation entschlüsselt einzelne Faktoren, die in und um die Fanszene wirken und beurteilt direkte und indirekte Beiträge der Fanarbeit. Eine besondere Rolle spielen darin selbstverständlich die beiden St.Galler Fanarbeiter: als intermediäre Instanz “übersetzen” sie zwischen Fans und verschiedenen Institutionen, sie bringen situationsbezogen einzelne Akteure zusammen und erhalten so die Kommunikation aufrecht, ihre neutrale Position macht es möglich, auch in Konfliktsituationen zu moderieren…

Alles über die Hintergründe, Evaluationsmethode und die detaillierten Ergebnisse ist direkt im Bericht nachzulesen, Download über die Homepage der Fanarbeit St.Gallen.

 

Die spannenden Gesichter sozialer Berufe…

“Gesichter” ist hier wortwörtlich gemeint: besuchen Sie www.sozialberufeschweiz.ch und Sie erfahren aus erster Hand, wie der Arbeits-”all”-Tag von Fachkräften aus der Sozialen Arbeit
aussieht. Verschiedene Porträts von Sozialarbeitenden und -pädagogen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern schildern ihren beruflichen Werdegang und weitere aufschlussreiche Inhalte und Hintergrundinformationen zu ihrem Beruf. Weiterlesen

Mehr Sorge, mehr Zeit, mehr Geld?

Gute und liebevolle Sorge – das wünschen sich Kinder und Erwachsene, die Betreuung und Pflege brauchen. Zeit, Geld und Unterstützung – das wünschen sich Personen, die in der Betreuung und Fürsorge engagiert sind. Diesen Ansprüchen gerecht zur werden und sie zu finanzieren wird immer schwieriger. Trotz des grossen Engagements speziell von Frauen, des Ausbaus der öffentlichen Angebote und der Anstellung von Dienstleisterinnen in immer mehr Privathaushalten wird für viele Menschen eine Versorgungslücke spürbar.

Care-Lücken stellen für unsere Gesellschaft ein ernstzunehmendes Problem dar. Wie können wir ihnen begegnen? Welche Versorgungsmodelle möchten wir für unsere Zukunft? Wie können wir die Qualität von neuen, bezahlbaren und flexiblen Care-Angeboten weiterentwickeln und Care-Arbeit aufwerten, gerechter verteilen und professionalisieren? Wie können wir aus der Konkurrenz zwischen privater und öffentlicher Versorgung ein konstruktives Zusammenspiel entwickeln? Wie würde die Care-Landschaft aussehen, wenn wir sie auf der grünen Wiese nochmal neu gestalten könnten?

Ausgehend von Ergebnissen des Forschungsprojektes «Care»-Trends in Privathaushalten, das Nadia Baghdadi, Bettina Brüschweiler, Raphaela Hettlage und Annegret Wigger erarbeitet haben, ist das Ziel der Tagung Szenarien alternativer Versorgungsmodelle zu entwickeln. Die Tagung bietet sowohl Raum, Visionen zu entwickeln als auch konkrete Lösungen in einzelnen Teilbereichen zu erarbeiten. Ausserdem ermöglicht sie die Vernetzung unterschiedlicher Interessensgruppen.

Die Tagung findet am Donnerstag, 22. Mai 2014 von 13.30 bis 17.30 an der FHS St.Gallen statt.

Weitere Informationen finden Sie am Flyer.

Direkt anmelden können Sie sich hier.

Mama illegal

Filmtipp

Am Mittwoch, 7. Mai 2014 zeigt das Kinok in der Lokremise diesen Film im Rahmen der Reihe “Welten in Bewegung. Migration im Film”. Der Regisseur Ed Moschitz hat dafür über sieben Jahre hinweg drei Frauen aus Moldawien begleitet – sie arbeiten illegal in europäischen Ländern, pflegen, putzen, hüten fremde Kinder, während ihre eigenen jahrelang auf ihre Mütter warten müssen.

Anschliessend führt Dr. Rudi Maier, Dozent an der FHS St.Gallen durch die Diskussion mit Bea Schwager (Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich), Katja Meierhans (Amt für Gesellschaftsfragen, Stadt St.Gallen, Hilfe und Pflege zu Hause) und Dr. Nadia Baghdadi (Dozentin an der FHS St.Gallen).

Weitere Informationen und Reservierungen unter diesem Link.

Wenn Soziale Arbeit aufs Land geht…

…dann kommt seitens Bevölkerung viel Interesse und Engagement zum Ausdruck. Dies mit guten Grund.

“Während der Arbeit mit unterschiedlichsten Projekten in ländlichen Gemeinden durfte ich stets eine grosse Bereitschaft zur Zusammenarbeit erleben”, so Sonya Kuchen vom IFSA-FHS in ihrem Artikel “Persönliche Kontakte fördern eine aktive Mitgestaltung”. Weiterlesen

Projekt Bildungsräume – vernetzt

Über den aktuellen Projektstand, Links und bisherige Publikationen können Sie sich aktuell auf der Seite der Gebert Rüf Stiftung informieren. Unsere neue Publikation basierend auf den Vorträgen und Diskussionen des 1. St.Galler Abends, der als Kick-off-Veranstaltung die Anfangsphase unseres Projekts markierte, erscheint demnächst, unser IFSA-Blog hält Sie auf dem Laufenden.

Als Folge unterschiedlicher Vernetzungsaktivitäten konnten seitdem weitere Kooperationen entstehen – so waren wir am 19.1.2014 Gastgeber der Dialogveranstaltung zum Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Gemeinsam mit der Trägerschaft des Orientierungsrahmens (dem Netzwerk Kinderbetreuung sowie der Schweizerischen UNESCO-Kommission) diskutierten wir mit Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Hochschulen, Zivilgesellschaft und Betreuungspraxis das Thema “Kindsein im Sozialen Raum – Bedingungen des Aufwachsens aus der Perspektive des Orientierungsrahmens”. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Aus aktuellem Anlass möchten wir ausserdem auf ein gelungenes Projekt der Bildungsdirektion des Kantons Zürich aufmerksam machen. Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen, ihre Bildungsräume und Lerngelegenheiten haben die Verantwortlichen eindrucksvoll in 40 Kurzfilmen  dokumentiert und veröffentlicht. Unter dem Titel “Ich sehe was – was siehst du?” erhalten Sie Einblicke in das Leben der Kinder bis 4, weiterführende Fachkommentare und Material steht ebenso zur Verfügung: http://www.kinder-4.ch/de/home

Älter werden im Quartier

Start des Pilotprojekts in Frauenfeld

Die demografische Entwicklung als Ressource zu begreifen, steht im Zentrum des Projekts: die Anliegen und Ideen der Bevölkerung bezüglich Leben und Altern im eigenen Quartier sollen geklärt werden. Ebenso gilt es, das Potenzial möglicher Synergien durch Vernetzung zu erkennen und schliesslich eine entsprechende Umsetzung der Ideen vor Ort aufzugleisen. Das Projekt fokussiert daher bewusst auf die gesamte Quartierbevölkerung und bezieht insbesondere heute ältere Menschen mit ein. Um eine strukturell verankerte, generationengerechte Quartierentwicklung zu erreichen, sind vor Ort tätige Institutionen, Organisationen und Vereine weitere wichtige Partner.

Die methodisch-fachliche Leitung, dazu gehört auch die Moderation der Grossgruppen-Anlässe, übernimmt Sonya Kuchen, Projektleiterin des IFSA-FHS. Sie bringt zudem wesentliche Erfahrungen aus einem ähnlich angelegten Projekt in Winterthur Wülflingen (nachzulesen in diesem Blog) ein.
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Seit Mitte März ist die Vorbereitungsgruppe für die erste Phase des Projekts installiert. Über 25 interessierte Personen aus dem Quartier Kurzdorf haben ihre Arbeit aufgenommen. In den nächsten Monaten gilt es, die Erhebungswoche im Juni im Quartier aufzugleisen, wo die gesamte Quartierbevölkerung aufgerufen sein wird, aktiv ihre Ideen und Visionen zum Älterwerden im Quartier einzubringen. An der Organisation und Umsetzung dieser Woche werden Studierende der Hochschulen Luzern und St.Gallen im Rahmen ihrer Ausbildung massgeblich beteiligt sein.

Finanziert ist das Pilotprojekt durch die Stadt Frauenfeld, die Age Stiftung sowie die Gesundheitsförderung Schweiz.

Neue Buchreihe Soziale Räume

Die Buchreihe “Soziale Räume – Perspektiven, Prozesse, Praktiken” zeigt Arbeiten des Kompetenzzentrum Soziale Räume, welche sich in ganz unterschiedlichen Kontexten mit sozialräumlichen Fragestellungen beschäftigen. In dieser Reihe werden zukünftig Monographien, Studien und Berichte, Arbeitsmaterialien, Studienunterlagen und Sammlungen zu den thematischen Schwerpunkten des Kompetenzzentrums erscheinen.

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Titelbild_Band2

Im ersten Band “Hoch hinaus und inmitten der Stadt” widmet sich Eva Lingg der Planungsgeschichte der FHS St.Gallen am Bahnhof Nord. Wie kam es zur Standortentscheidung? Wer war am Planungsprozess beteiligt? Und wie fand die FHS St.Gallen, so wie sie sich uns heute präsentiert, ihre spezifische Form? Der Text ist ein Auszug ihrer Dissertation, welche sich dem Thema der Planungsprozesse im Hochschulbildungsbereich widmet. Im Zentrum stehen die verschiedenen Gestaltungslogiken der an Planung beteiligten Akteure und wie diese in Planungsprozessen zusammen gebracht werden können.

Bettina Brüschweiler beschäftigt sich im Band 2 mit der “Rede von KinderRäumen”. Analysiert wird ein bestimmter Diskursausschnitt dieser Rede von KinderRäumen, indem die vorhandenen Deutungsmuster der Themenelemente Kinder und Raum im schweizerischen Fachdiskurs der Sozialen Arbeit genauer betrachtet werden. Dabei werden Konsequenzen für professionelle Praxen der Sozialen Arbeit abgeleitet. Der Text basiert auf der Master-Thesis-Arbeit der Autorin und ist nun in leicht gekürzter und überarbeiteter Form erschienen.

Beide Publikationen können nun bestellt werden bzw. ist der zweite Band auch als EBook erhältlich: http://www.fhsg.ch/fhs.nsf/de/ifsa-fhs-forschungsschwerpunkte-publikationen-soziale-raeume